drucken | schließen

blog.mindestlohn.de

schrieb am Dienstag 8. August 2006:

Dresden wird 800 Jahre


Wie viele bestimmt schon mitbekommen haben, feiert Dresden sein 800 jähriges Jubiläum [http://www.dresden800.de/]. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Wenn man könnte.

Ich war mit meiner Familie natürlich auch im Stadtzentrum, um etwas mit zu feiern. Aber bei diesen Preisen ist mir die Lust daran vergangen. Da kann ich mein Geld ja gleich zum Fenster rauswerfen.

Schade. Schade. Also ging es wieder ab in unsere kleine Oase, den Garten. Wenn allerdings mein großer Bruder aus Cuxhaven da gewesen wäre, hätten wir bestimmt einen Gang durch die Dresdner Neustadt gestartet. Dort herrscht eine Atmosphäre, einzigartig. Da wäre ich bestimmt viele Euros losgeworden. So aber sind wir im Garten gelandet.

Zur Zeit arbeite ich 11 Stunden die Nacht und am Tag.
3 Leute von meiner Abteilung sind im Urlaub und 2 sind krank. Mal sehen, wie lange wir das noch durchhalten. Nach Schichtende bin ich wie gerädert. Aber da muß ich durch. Hauptsache Arbeit.

Und das ist das Schlimme: man ist froh Arbeit zu haben, sogar mehr wie genug, aber bezahlt wird man wie der letzte Dreck. Wo soll das noch hinführen?
Das böse Erwachen kommt noch. Auch für viele, die jetzt noch gegen den Mindestlohn sind. Warum bloß?

Heute war ich im Plus-Markt. Da gehe ich eigentlich immer hin. Und schon war ich 40 Euro los. Nur für Lebensmittel und Dinge des persönlichen Bedarfs. Vielleicht essen wir zu viel? Oder waschen uns zu oft? Oder rasieren? Oder trinken?

Irgend etwas ist hier faul! Hier muß etwas passieren!

URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/1033


Kommentare

Fred am 8. August 2006

"Aber da muß ich durch. Hauptsache Arbeit."
Da gebe ich ihnen Recht, Arbeit zu haben ist am wichtigsten. Alles was Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet, muss verhindert werden.


Heinz am 20. August 2006

Irgendwie stimmt da etwas nicht, es klingt zwar sehr gut, Arbeit zu haben ist am wichtigsten, aber man muß auch davon leben können. Und Arbei um jeden Preis ? Rüstung bringt viel Arbeit und auch guten Lohn. ABER auch Tod, Not und Elend.Wenn wir für die Opfer von Naturkatastrophen spenden, helfen wir vielen Menschen, ABER wer VERDIENT daran? Ich kann mich nicht erinnern, dass z.b. ein Pharmakonzern gesagt hat, wir geben unsere Medikament zum Selbskostenpreis ab,(Sie brauchen garnichts zu spenden, sie sollen nur nicht am Leid der Menschen verdienen). Das ist nur EIN Beispiel.Aber es zeigt, daß das System falsch ist. Keine Gleichmacherei. Wer gut arbeitete und wer Verantwortung trägt soll und muß auch entsprechend bezahlt werden, ABER die VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT muss gewahrt bleiben. KEINER kann das 10, 100 der gar 1000 fache des anderen leisten und auch nicht das 10,100 oder 1000 des Anderen verdienen.