
schrieb am Donnerstag 10. August 2006:
Heute war ich erst 12 Uhr 45 zu Hause. Obwohl ich 10 Uhr schon Feierabend hätte. Der Grund: Ein Kollege hatte sich verletzt und mußte in die Klinik. Keiner war mehr da, also mußte ich ran, obwohl die Zeit schon rum war. Mit ran meine ich, ich mußte an die Fleischtheke, um Kunden weiter bedienen zu können.
Aber 12 Uhr kam die 2.Schicht. Da ich 0 Uhr 30 angefangen hatte, war ich natürlich sauer. Mir wurde gesagt, dass ich dafür mal 30 min. eher gehen dürfte. Ist das gerecht? Wo soll so was noch hinführen?
Aber man macht es eben. Sonst heißt es: Viele Leute warten nur auf deinen Platz! Ich weiß, das ist nicht der Fall. Unsere Firma braucht gute Fachleute. Das weiß jeder Mitarbeiter. Aber man läßt es nicht darauf ankommen. Der Grund: Angst!!!
Angst arbeitslos zu sein.
Ich weiß nicht, was unsere Kollegen im Non Food verdienen.
Aber durch Gespräche kann ich mir schon ein etwas klares Bild machen. In unserer Firma bin ich eigentlich ein Spitzenverdiener.
Und da soll mir noch irgend jemand klarmachen wollen,
ich wäre zu blöd oder zu dumm, um aus meinem Leben etwas zu machen.
Ich sage nur: Armes Deutschland!
Unsere Nachbarn machen es uns seit Jahren vor. Da gibt es einen Mindestlohn. Und es hat keine Arbeitsplätze gekostet. Warum sind unsere Politiker so blind, haben sie vor irgend etwas Angst?
URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/1039
Kommentare
Birgit am 13. August 2006
Hi, bin über die nationale Mindestlohn-Webseite auf Eurer Seite gelandet und habe ein paar der Artikel und Kommentare gelesen. Ich lebe und arbeite in Großbritannien, da gibt es einen Mindestlohn, der ist 5.05 Pfund im Moment. Ich habe gottseidank einen besser bezahlten Job, denn so richtig kann man hier vom Mindestlohn nicht leben. Als Deutscher kann man sich das nicht so recht vorstellen, bis man es erlebt hat - viele Engländer leben zu Hause bis sie 30 oder so sind oder heiraten oder werden von der Familie unterstützt. Außerdem leben viele in winzigen Häusern und Räumen, oft in WGs bis 40 oder länger. Wir leben in einem 70m2 Haus (ja, das ist kein Witz, es ist ein zweistöckiges Haus und eher groß für englische Verhältnisse des Normalbürgers) und um es bezahlen zu können, wohnen wir hier zu dritt. Also, obwohl ich einen Mindestlohn in Deutschland unterstützen würde, ich glaube nicht, das das die Probleme löst und denke, das es in Deutschland noch ziemlich hart werden wird, weil die Leute an so hohe Standards gewöhnt sind.