
Matthias schrieb am Freitag 2. März 2007:
Die Woche ist wieder mal vorbei. Optimal ist sie überhaupt nicht verlaufen. Arbeitsmäßig war ja alles im Lot, bis auf diesen Hungerlohn. Aber Privat gab es einige Reibereien. Der Grund? Das Auto!
Meine Bremsen sind nun doch dran.
Aber ich brauche das Auto. Also müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen und neue Bremsen kaufen. Da habe ich sogar noch das Glück, dass ich besonders günstig rankomme. Trotzdem sind ca 300 Euro futsch.
Gerade die Summe die wir uns mühsam angespart hatten.
So geht das nun schon seit einigen Jahren. Ist etwas Geld auf der hohen Kante, geht irgend etwas kaputt.
Irgend etwas machen wir falsch!
Sind wir zu ehrlich oder zu dumm? Oder alles beides??!!
Ich denke, wir sind alles beides! Ich meine damit nicht nur meine Familie, sondern alle die für einem Hungerlohn schuften müssen um überhaupt überleben zu können und eines Tages einfach umfallen.
Das wäre ja das beste Ergebniss unserer Regierung.
Jetzt die Rente ab 67, in ein paar wenigen Jahren vielleicht erst ab 80?
So einfallslos kann eigentlich nur unsere Regierung sein.
Ist man da mit mitte 50 kaputt, bekommt man eine Luxus Rente.
Ist man als einfacher Arbeitgeber kaputt, gibt es Abzüge.
Eigentlich heißt es: Geben ist seeliger wie nehmen.
Aber unsere Regierung, die aus großen Teilen gläubig sind, NEHMEN lieber. Mit dem Sprichwort: Jeder ist sich selbst der Nächste.
Und das nennt sich Demokratie?
Es ist eine Demokratie des Taschen füllens!!!
Der Wirschaftsminister behauptet allen ernstes, der Mindestlohn von nur 4,50 Euro würde 1,3 Millionen Arbeitsplätze vernichten. Was für ein Schwachsinn!!!!
In keinem Land der Welt wo es einen Mindestlohn gibt, hat es Arbeitsplätze vernichtet!!!
Wenn es um Krieg geht, schaut unsere Regierung immer auf die Nachbarn: Was machen die? So machen wir es auch, oder ziehen wenigstens mit, egal in welcher Form.
Beim Mindestlohn von mindestens 7,50 haben alle auf einmal einen Termin beim Augen- und Ohrenarzt.
Viele Millionen würden lieber GEBEN statt NEHMEN.
Aber obwohl sie Vollzeitbeschäftigt sind, sind sie auf NEHMEN angewiesen. Für diese Menschen geht es um die blanke Existenz!!!
Also nich locker lassen!
URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/1334
Kommentare
Heinz am 2. März 2007
Hallo Matthias, wir sind nicht zu ehrlich oder zu dumm, wir sind zu bequem und zu mutlos und unsere Gewerkschaft ist, leider, zahnlos.Ich meine damit nicht die vielen aktiven Gewerkschafter, sondern Leute aus den Führungsetagen.Sie reden sehr viel, nutzen aber die Kraft der größten Arbeitnehmerorganisation nicht. Ich habe am vergangenen Samstag an einer Gewerkschaftsdemo in Hannover teilgenommen, ca. 3000 Leute waren da, hochmotoviert.Drei Redner sprachen (die Namen habe ich mir nicht gemerkt). In ihren Beiträgen wurden fast alle Parteien erwähnt, nur die Linkspartei und auch die WASG nicht. Ein Redner suchte sogar Hilfe bei Bündnis 90/Die Grünen, obwohl es auch diese Partei war, mit der der größte soziale Abbau in der Geschichte der Bundesrepublik begann.Die natürlichsten Verbündeten werden, zumindest in der Öffentlichkeit, gemieden wie der Teufel das Weihwasser, um bei Deinem christlichen Vergleich zu bleiben.Es ist doch kein Geheimnis, das ein Großteil der Gwerkschaftsfunktionäre Mitglied der Partei sind, oder ihr nahestehen, die mit ihrer Agenda 2010 den Niedergang des Sozialstaates eingeläutet hat. Es wird doch immer deutlicher: nur die Politik hat noch eine, wenn auch kleine, Chance die Wirtschaft zu ZWINGEN, ihrer verfassungsmäßigen Pflichten zu erfüllen. Also müssen die Gewerkschaften nicht nur ökonomische, sondern auch politische Forderungen stellen und erzwingen.
Das ist natürlich ein sehr,sehr weites Feld und nicht in einem Komentar zu einem mäßigen Beitrag unterzubringen.
Mit brüderlich-solidarisachen Grüßen Heinz
Carmen am 4. März 2007
Hallo Matthias, auch wenn ich mich jetzt gnadenlos blamiere, diese 7,50 € Mindestlohn sind doch wohl netto, oder sollen keine Familien mehr ernährt werden?
Lieben Gruß und fühle mit Euch, denn unsere Situation ist nur wenig anders.
Gruß Carmen
Hugo am 12. März 2007
Beck und Müntefering werben für Mindestlohn
Mit einem Bekenntnis zum vorsorgenden Sozialstaat hat SPD-Chef Kurt Beck für die Einführung eines Mindestlohns geworben. Auch Bundesminister Franz Müntefering machte sich für das Lieblingsprojekt der Sozialdemokraten stark.
„Wer ordentlich und vollschichtig arbeitet, muss auch ordentlich und anständig davon leben können“, sagte Beck am Samstag auf einer Programmkonferenz seiner Partei in Bonn. Arbeitsminister Müntefering kritisierte auf der selben Veranstaltung Wachdienste, Zeitarbeitsfirmen und Postdienstleister, bei denen es „saumäßig schlecht bezahlte“ Mitarbeiter gebe.
Beck verlangte eine Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf Produkte und Dienstleistungen mit hoher Qualität. „Wir müssen diese idiotische Haltung nach dem Motto „Geiz ist geil' aufbrechen. Wir müssen damit aufhören, dass wir mit dem billigsten Schund auf der Welt konkurrieren“, sagte er. „Das können wir nicht. Das wollen wir nicht.“ Geiz sei eine Untugend, und darauf müsse man sich besinnen. Beck schwor die Teilnehmer auf die Grundwerte der SPD ein. Mit der Leidenschaft, soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen, könne die innere Bindekraft der SPD so wachsen, dass sie wieder Wahlen gewinne, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.
Generalsekretär Hubertus Heil gab den Startschuss für eine Werbekampagne und enthüllte ein Plakat mit der Aufschrift: „Lohndumping verboten! Für Mindestlöhne“. Nach Münteferings Worten muss verhindert werden, dass der Staat durch Sozialtransfers Löhne für Unternehmen zahlt. Wenn der Verbraucher Geld für Briefmarken bei einem billigen Postdienst spare, müsse er sonst mit seinen Steuern wieder ausgleichen, was der Zusteller nicht in der Lohntüte habe.
SPD-Politiker haben sich wiederholt skeptisch über flächendeckende Kombilohn-Modelle geäußert und befürchten Mitnahmeeffekte. Die Partei hält Lohnzuschüsse nur für bestimmte Gruppen, die auf dem Arbeitsmarkt sonst sehr schwer eine Chance hätten, für angebracht. Beck verteidigte in seiner Rede auch wichtige Reformprojekte wie die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Ohne Einschnitte sei der notwendige Umbau der Sozialsysteme nicht möglich, sagte er. „Der Rente mit 67 auszuweichen, wäre Selbstbetrug.“
Zu den Gewerkschaften, die in dieser Frage auf Konfrontationskurs zur SPD gegangen waren, sagte Beck: „Sie haben nicht die gleichen Aufgaben wie die Sozialdemokratie.“ Wichtig sei aber, sich auf Gemeinsamkeiten zu besinnen. Gemeinsam dürfe man nicht diejenigen zum Zuge kommen lassen, die Gewerkschaften und Betriebsräte in die Knie zwingen wollten.
Heinz am 12. März 2007
Ich finde es ganz toll dass Hugo die derzeitige verlogene Politik von Müntefering und Beck zitiert. Wir brauchen uns nur die Frage zu stellen welche Partei hat denn den größten Abbau von Sozialleistungen Ãn der Geschichte der Bundesrepublick eingeleitet? Nicht einmal die Regierung unter Kohl hat sich das getraut. Und welche Partei hat die WELTWEIT größten Steuergeschenke an die Großkonzerne gemacht? Und schon erkennt jeder, um mit Müntefering zu sprechen: sauerländische Gründschüler wer die Demagogen und Betrüger sind. Über die Rente mit 67 will ich gar nicht sprechen, selbst wenn man es im Kabelbau, wie ich, durchhalten würde: wo sind denn die Arbeitsplätze? Stellt Euch nur vor, alle 64 jährigen würden fordern: wir wollen arbeiten., wir hätten glatt 3 Millionen Arbeitslose mehr. Die derzeitige Politik vor allen der SPD klingt sehr nach dem Ruf eines Diebes: Haltete den Dieb!
Hugo am 13. März 2007
Daß Beck und Müntefering sich auf einmal so stark machen für den Mindestlohn hat einen ganz einfachen Grund: So schlechte Umfragewerte wie noch nie: 25% würden die SPD wählen. Und da die SPD in den letzten 10 Jahren große Teile ihrer früheren Stammwählerschaft vergrätzt hat, um die neue Mitte zu entdecken, versucht sie nun, diese Wählerschaft wieder zurückzugewinnen, um nicht unterzugehen, wenn die neue Mitte genug von der SPD hat.
Maja Imlau am 18. März 2007
Das Thema Mindestlohn führt meine Gedanken zum Kombilohn. Was sich da unsere Politiker bei gedacht haben, wenn sie überhaupt denken, kann ich nicht nachvollziehen. Eine mögliche Folge wäre:
Rente ab 67
Die Bundesregierung hat entschieden, die Rente gibt es erst ab 67 Jahren.
Erst einmal, wann entscheidet sie dass die Menschen, wenn sie denn Arbeit haben, erst mit 70 Jahren in die Rente entlassen werden?
Sieht doch sicher ganz lustig aus, ein 69 jähriger, gebückter Alter auf einen Krückstock gestützt, in Polizeiuniform, der vor einem 25 jährigen, stämmigen Mann steht und ihn nach seinem Ausweis fragt.
Oder der Arzt mit zittrigen Händen, dicke Brillengläser sucht sein OP Besteck. Aber man soll ja nicht alles zu schwarz sehen. Die SPD, vertreten durch einen Dackel, mit dem Namen „Müntefering“, der an der Leine seinem Frauchen Angela nachtrottet.
Dann die Unterstützung der Unternehmen durch den Staat. Subventionen werden den Unternehmen hinten und vorne reingeblasen. Aber soll dass unsere maroden, vor dem Ruin bedrohten deutschen Unternehmen auf Dauer nutzen. Da sollte man doch nicht nur Lohnzuschüsse zahlen, sondern die Löhne und Gehälter voll übernehmen. So ein Unternehmen wie z. B. DaimlerCrysler oder Siemens haben ernorme Fixkosten, die bezahlt werden müssen. Da ist es doch eine Zumutung auch noch Löhne zu zahlen. Wenn die Unternehmen so fair sind in Deutschland zu bleiben, dann kann doch der Staat so fair sein, die lästigen Lohnkosten zu übernehmen.
„ Die Sicherheitsgruppe ist vollzählig angetreten“
DieSicherheitsbeamten:
Anton Schröder 66
Kurt Jahn 70
Martin Schrat 71
Frank Kurz 69
Otto Knorz 67
Paul Otto 68
Ab,ab meine Herren, aber im Laufschritt! Und nicht nachlassen.