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blog.mindestlohn.de

Matthias schrieb am Dienstag 24. April 2007:

10 verrückte Tage

Erst mal eine Entschuldigung, dass ich lange nichts mehr von mir hören bzw. sehen lassen habe.
Aber es waren 10 Tage, die es in sich hatten.
Es waren zwar nicht "10 Tage, die die Welt erschütterten", aber mir kam es in etwa so vor.

Übrigens, es gibt einen Roman mit diesem Titel.
Der Autor ist bzw. war John Reed.

Über ihn ist auch ein Film gedreht worden, der mit 3 Oscars geehrt wurde.
Aber das ist nicht das Thema.

Jetzt das eigentliche:

Wie immer bin ich seit einer knappen Stunde zu Hause und habe nun endlich mal Zeit, wieder über mich zu schreiben.
Ohne Jux, es war vorher fast nicht möglich oder ich war einfach zu müde.

Der Grund ist einfach zu erklären.

Im Oktober des Jahres 2006 habe ich dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" ein Interview gegeben.
Damit kam die Lawiene ins Rollen.

Abgedruckt wurde dieses Gespräch zwar erst vor 3 Wochen, aber seit diesem Tag habe ich wenig Ruhe.

Mir ist bewusst, dass ich seit dem Tag meine Anonymität aufgegeben habe. Ob es für mich Konsequenzen hat, kann ich noch nicht abschätzen.

Aber ich habe eines : EIN RUHIGES GEWISSEN!!

Verschiedene TV-Sender haben seither angefragt. Einigen habe ich abgesagt.
Auch eine Zeitung fragte an. Ihr sagte ich zu. Die SZ. Die SZ ist nicht die Süddeutsche Zeitung, sondern die Sächsische Zeitung.
Der Artikel kam gestern.

Ich hoffe, dass dieser Artikel zur Anregung dient und sich noch mehr Leute aktiv an dem Kampf für einen gesetzlichen Mindestlohn beteiligen.

Übrigens, wenn ich einen Eintrag schreibe wie diesen, mache ich nebenbei noch Mittag für meine Frau und versuche den Haushalt zu schmeißen.

Obwohl ich nur mit Einfingersuchsystem schreibe. Aber es geht ganz gut.

Für mich ist es immer noch ein Rätsel, warum unsere sogenannten Spitzenpolitiker so gegen den gesetzlichen Mindestlohn sind.

Haben sie Angst um ihre Parteispenden?

Oder steckt mehr dahinter von allem, was wir ahnen?

URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/1400


Kommentare

Stephan am 24. April 2007

Hallo!

Hab den Artikel in der SZ gelesen! Gestern habe ich übrigens etwas vom Konzept der Halbtagsgesellschaft gehört. Das ganze habe ich auch aufgezeichnet:
Zukunft Teilen [http://umgebungsgedanken.momocat.de/2007/04/24/zukunft-teilen-nur-wie/]

Schönen Gruß aus Dresden nach Dresden,
Stephan


Johanna am 25. Mai 2007

Was dahinter steckt? Für mich ist es klar: Deutschland zu einem Billiglohnland zu machen, wie China, Russland, Polen etc., so, wie vor der Jahrhundertwende, wenige verdienen, viele Schuften, wie zu Beginn des industriellen Zeitalters. Viele Ausländer rein, deutsche Arbeit und Arbeiter müssen sich anpassen an deren Gehaltsniveau, und die Gewinner sind nur ein paar ganz Wenige. Eigentlich läuft es auf der ganzen Welt so - und jetzt halt auch hier. Warum soviele Leute aus anderen Staaten hier? Billiglohnarbeiter. Ich möchte betonen, dass ich wirklich nichts gegen Ausländer habe - ich sehe es strategisch. Wenn eine Baustelle mit 100 Polen bestückt ist, die, sagen wir, 3 € / Stunde haben, dann hat ein deutscher Handwerker einfach keine Chance, außer, er arbeitet auch für 3 €. Und es ist doch auch klar, wessen Interessen diese Strategie dient. Die Politik und Wirtschaft macht Deutschland und seine Menschen momentan kaputt. Billig, billig, billig - und ein paar profitieren davon. Und das sind natürlich die, die die Fäden in den Händen halten und ziehen. Hinter jedem Politiker 3 Lobbyisten - der Politiker vorne ist doch nur der Strohmann für einen Konzern, um dessen Interessen durchzudrücken. Deshalb auch keinen Mindestlohn, das wollen Unternehmer nicht, und deshalb wird kein Politiker dafür eintreten.


jörg am 28. Mai 2007

Es ist mir auch völlig unverständlich ,
was diese ganze erbärmliche Lohndrückerei soll.
Der Export boomt trotz hoher Löhne hier muß
man sich nach dem Markt richten und das stellt für unsere Wirtschaft ja auch kein Problem dar.
Auf unserem eigenen Binnenmarkt kann unsere Regierung die Regeln aufstellen Hotelzimmer werden wohl kaum nach China zum saubermachen verschifft werden.


Michael am 11. Juni 2007

Wie lange noch !!!!

Die Arbeitnehmerschaft hatte doch in den letzten Jahrzehnten nicht eine reale Lohnerhöhung bekommen ,es wurde doch lediglich noch die Steigerungsrate und die Inflationsrate ausgeglichen wenn überhaupt.
Leider kann die Gewerkschaft nicht mehr die Massen mobilisieren wie in anderen Ländern


Jörn am 13. Juni 2007

@Michael
Bis das GEMEINE Volk aufsteht und sich wehrt!! So lange noch und das kann noch sehr lange dauern. So lange es noch " Brot und Spiele" gibt geht es dem deutschen Volk doch gut und das hat auch schon ein Ceasar in Rom erkannt. Vielleicht muß erst eine Revolution her wie in Frankreich, wo man die Reichen enteignet und aufgehängt hat.
Was nützen uns einzelne Gewerkschaften die nur für ihre Sparte streiken. Das müsste schon der Gewerkschaftsbund machen um viele Menschen auf die Strassen zu bringen. Aber das ist ja nicht ihr Interesse. Ihr Interesse ist es viele Menschen in Lohn und Brot zu halten um ihre Streikkassen gefüllt zu halten und wenn dann mal 100 Arbeitsplätze dabei weg fallen...na und...Sie haben ja 500 Arbeitsplätze gerettet ( zu mindest über einen gewissen Zeitraum ) Ich bin schon mal auf die Einigung zwischen Telekom und VerDi gespannt.
Also laß uns weiter spielen, HarzIV segnen, die Politiker loben und zu Gott beten, daß wir noch lange Brot haben!


Wolfgang Richter am 20. Juni 2007

Was soll der Mist mit Entsendegesetz und so weiter.
Warum gehen die Polen nach England und Holland arbeiten ?
Da bekommen Sie einen vernünftigen LOHN bezahlt.Ausländer bekommen auch dort den Mindestlohn.Also ziehen wir alle um und Frau Bundeskanzlerin mit ihren Getreuen kann das Licht ausschalten.
Nur wer bezahlt ihre DIÄTEN ?
Wenn keiner mehr da ist.
Jetzt muss sich die Gewerkschaft STARK machen und einen Mindestlohn bei den Arbeitgebern einfordern.!
Außerdem alle Mindestlohn-Gegner auf Hartz 4 oder Mindestlohn nach heutigen Löhnen setzen oder aus der Regierung rauswerfen.
Dann können Sie zu Hause sitzen und vom Mindestlohn träumen.


Fred am 29. September 2007

Habe selbst fuer 2 Monate Deutschland bereist und habe dort auch gearbeitet und was ich vorgefunden habe fand ich nicht zum lachen. Bei meinem letzten Besuch der Heimat gab es noch die DM - heut den Euro mit dem resultat die haelfte weniger zu verdienen und die Preise verdoppelt und dreifacht teilweise.
Kann nur eines sagen die verkommensten Politiker seit 1945 sind diejenigen die gerade am Ruder sind.