
Matthias schrieb am Mittwoch 25. April 2007:
Bin nun wieder zu Hause und sitze vorm PC.
In den letzten 2 Wochen geht es bei uns etwas ruhiger zu.
Habe zurzeit nur noch ca. 8 Stunden zu arbeiten. Das ist auch mal nicht schlecht. Man ist nicht so geschafft, wenn man von Arbeit kommt.
In 2 Wochen wird es wieder anders aussehen. Das ist saisonbedingt. Und natürlich liegt es auch am Wetter. Bei miesem Wetter wird wenig gegessen bzw. gegrillt. Das ändert sich schlagartig, wenn ein super Wetter bevorsteht.
Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, was es für eine Lawine auslöst für mich!
In meiner Firma werde ich jetzt angesprochen über mein Tagebuch und natürlich über meine Öffentlichkeits- Darstellung.
Bis auf einen Kollegen gab es eigentlich nur positive Bemerkungen.
Der eine Kollege behauptet doch allen Ernstes, ich würde die Firma verraten. Die Firma, die mir Lohn und Brot gibt.
Aber alle, die dieses gehört haben wissen, was dieser Mensch für ein armes Würstchen ist. SEIN größtes Problem ist er selbst. Aber dank ihm wurde der Artikel der SZ (Sächsische Zeitung) bei uns in der Firma richtig publik!
Heut war ich nach Feierabend an der Tankstelle. An dieser war ich vor einem halben Jahr das letzte mal. Trotzdem wurde ich angesprochen und es wurde mir viel Glück für meinen weiteren Einsatz zum Mindestlohn gewünscht. Auf unserer Flaniermeile, der Pragerstraße in Dresden, wurde ich auch schon von wildfremden Menschen angesprochen und sie haben mir viel Mut zugesprochen. Das gibt Auftrieb!!
Übrigens, fast alle, die über meine Internettätigkeit wissen und über den Medienrummel um mich, fragten: Was hast du dafür kassiert? Meine Antwort: Nichts! Ich mach alles im Interresse der Sache wegen. Ich weiß noch nicht eimal, ob es dafür überhaupt etwas gegeben hätte. Es ist mir EGAL.
Mein Ziel ist es, dass sich noch mehr Menschen öffentlich machen, denen es genau so geht wie mir und meiner Familie.
Oder, was viel schlimmer ist: Denen es noch schlechter geht.
Heute habe ich in den Nachrichten gehöhrt, dass unser Bundestagsvizepräsident W. Thierse behauptet, das Volk ist zu FAUL um zu wählen! Ich sage nur: Dümmer gehts Nimmer!
Die Unfähigkeit der meisten Politiker kennt keine Grenzen mehr. Statt sich mal zu überlegen, warum die Menschen nicht mehr wählen wollen, erfindet man einfache Ausreden. Wie es scheint, weilt unsere Regierung in einem Wintertiefstschlaf!
Ich wünsche ihnen kein bitterböses Erwachen!
Oder doch?
Aus Schaden wird man klug! Oder man schläft weiter und verschläft die Zeit.
Ich glaube, das hatten wir erst vor kurzem!
Es ist noch nicht lange her.
URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/1402
Kommentare
Stephan am 25. April 2007
Vielleicht hat der Herr Thierse auch eine völlig andere Perspektive als Du oder Ich. Was für ihn wie Faulheit aussieht, kann für Dich totales Mißtrauen und für mich stille Kritik sein.
Ich glaube es fehlt in diesem Land an Erfahrungsaustausch. Auch dem Herrn Thierse. Dann kommen auch nicht solche Sätze zustande.
Ach ja, ich habe dieses Blog hier bei mir empfohlen!
U. am 25. April 2007
Hallo Matthias!
Ich lese seit einiger Zeit voller Interesse Deine aktuellen Artikel.Irgendwie muß ich mich heute einfach mal dazu äußern.
Ich bin seit 9 Jahren selbständig und betreibe einen kleinen Hauswirtschaftsservice.Ich habe 4 tolle Mitarbeiter, die ich mir aber leider nur stundenweise leisten kann.Gern würde ich alle 4 fest anstellen, kann mir allerdings die hohen Lohnnebenkosten nicht leisten.Denn das würde für mich bedeuten, den Stundensatz bei meinen Kunden hochzusetzen.Das wiederum hätte zur Folge, das sich viele meiner Kunden unseren Service nicht mehr leisten können, da die meisten meiner Kunden Senioren sind.Die wiederum fahren seit Jahren eine Nullrunde nach der anderen beim Thema Rentenerhöhung und müssen in den meisten Fällen kräftig sparen.
Für mich kommt noch das Problem dazu, das es jederzeit möglich ist, das meine Mitarbeiter vom Arbeitsamt zu einer Umschulung geschickt werden und ich sie verlieren könnte.(Erstaunlicherweise werden die Leute, die sich um Arbeit kümmern, und sei es nur stundenweise, vom AA bevorzugt für solche "Aktivitäten" ausgewählt ...)
Ich möchte eigentlich nur mal zum Thema beitragen, das die Arbeitgeber (zumindest die kleineren Firmen) auch kräftig am rudern sind, um überhaupt bestehen zu können.
Syberia am 26. April 2007
Bitte den Artikel in der Sächsischen Zeitung verlinken - danke!