
Matthias schrieb am Dienstag 8. Mai 2007:
Komme wie die letzten 6 Wochen, oder waren es 12 Wochen, ich weiß es nicht mehr, aus der Nachtschicht. Habe gerade Kartoffeln geschält, dazu den Spinat aufgetaut, damit meine Frau, wenn sie von Arbeit kommt, gleich eine warme Mahlzeit hat ohne sich groß was zu kochen. Denn sie muß ja 16 Uhr wieder los.
Ich esse erst so gegen 14 Uhr, manchmal auch 16 Uhr. Kommt darauf an, wann ich aufstehe.
In den letzten 10 Tagen gab es wiedermal tüchtige Turbulenzen in unserer Kasse. Alle wollen was haben.
Die TÜV-Reparaturen waren schon heftig, das haben wir gerade noch verkraften können. Davon hatten wir uns etwas erholt, da kommt der nächste Schock.
Unsere Katze wurde krank, also zum Tierarzt. Kosten: 99 Euro. Die Gartenpacht musste bezahlt werden. Kosten: 270 Euro. Übrigens, seit 2007 ist unsere Pacht gestiegen. Wir müssen Vorauszahlungen leiten, weil seit 01.01.2007 die Strompreise in Dresden um 15 % gestiegen wurden.
Ich meine wirklich gewurden.
Sonst war unsere Pacht so zwischen 120 und 150 Euro pro Jahr.
Ende Mai kommt auch noch die Steuer fürs Auto.
Zu guter Letzt wurden meiner Frau auch noch die Stunden gekürzt. Ca. 200 Euro weniger in der Kasse.
Wir haben deswegen schon den Besuch zu meinem Schwager in Oberhausen absagen müssen. Er wird 50.
Trotzdem ist es immer wieder schön, wenn man am Wochenende in den Garten gehen kann.
Es wäre für unsere Politiker mal sehr ratsam, sich mal unerkannt unters Volk zu mischen. Nur dort würden sie erfahren, was es bedeutet mit einem Hungerlohn auszukommen.
Am letzten Wochenende haben wir etwas erlebt, es war für mich eine total neue Erfahrung!
Wir waren abends im Garten und es kamen 2 Gartenfreunde zu uns. Eigentlich nichts Besonderes, aber nach 2 Stunden waren wir 20 Personen. Sie brachten sogar Stühle mit. So viele habe ich nicht.
Es ging nur um eines: Mindestlohn!
Einige sagten: Es ist richtig was ich mache. Einige wiederum: es bringt nichts. Und schon war die beste Diskussion im Gange. So was müssten sich unsere Politiker anhören!!
Viele waren zum Schluss der Meinung, die Regierung will, dass das Volk denkt, es bringt nichts, sich zu organisieren. Warum wohl?
Zum Schluss noch ein Wort über den 1. Mai in Dresden!
Die Prager Straße wurde zum Trödelmarkt umfunktioniert.
Die Gewerkschaften wurden auf den Theaterplatz verbannt.
Einige hundert Quadratmeter. Da ist eine sinnvolle Begegnung von Parteien und Gewerkschaften fast unmöglich.
Ich weiß nun nicht, ob das so gewollt war, oder ob das die Stadt Dresden so wollte.
Ich habe mich dafür geschämt!!!
URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/1423
Kommentare
Stephan am 8. Mai 2007
In ruhe gewerkschaften konnte man am 1. Mai in DD wohl nicht. Den Eindruck hatte ich auch.
Es kann aber sein, dass es doch kleine Örtchen gab, wo tatsächlich auch mal miteinander geredet wurde.
Frank am 14. Mai 2007
Ich möchte gar keinen Kommentar zum letzten Eintrag loswerden, sondern einfach was erzählen, weil es mich so (negativ) beeindruckt hat. Ich selbst habe keine Geldprobleme, sondern stamme aus der "Schicht", die man wohl heute den "Mittelstand" nennt (Bürojob, kleines Häuschen, Familie mit 1 Sohn; ich weiß das aber sehr zu schätzen, im Gegensatz zu manchen anderen Kommentierern hier, die irgendeinen Müll ablassen wie "kann ja schließlich jeder studieren, selbst schuld"). Mich hat eine Geschichte beeindruckt, die meine Frau aus dem Büro "mitgebracht" hat: In Kindergärten (kleinstädtische Struktur) mobben sich heute sogar schon die 3-6jährigen Mädchen, weil die einen "nur" mit dem Auto in Urlaub fahren, die anderen aber selbstverständlich ein Flugzeug besteigen.
Das hat mich irgendwie so traurig gestimmt, dass ich es einfach mal erzählen wollte...armes Deutschland. Kein Wunder, dass immer mehr Leute in Länder auswandern, in denen sie zwar weniger verdienen, aber diesem ganzen Mist nicht ausgesetzt sind.
Heinz am 20. Mai 2007
Zu Deiner Beschwerde über den 1. Mai habe ich zwei Frage: Was hast DU am 1.Mai gemacht?
Wo und bei wem warst DU aktiv?
Michael am 11. Juni 2007
Deutschland werde wach !!!!!
Aufschwung was ist das !!!!
Konjunktur wo ????? nicht in meinem Geldbeutel
Ich möchte mal eine kurze Geschichte erzählen
Es war 1990 da hatte ich einen Stundenlohn in Hessen von 21,65 DM das heißtvor 17 Jahren !!!! Heute habe ich einen Stundenlohn von 11,48 Euro . Nur ich konnte 1990 mit dem Geld mehr kaufen als heute . Und habe quasi einen Lohnzuwachs von 1,31 DM in 17 Jahren komisch alles andere ist wesentlich stärker gestiegen als mein lohn wie das nur kann ????
Und wenn ich mal rente bekomme kann ich auch noch gleichzeitig Grundsicherung beantragen sind das nicht tolle aussichten !!!! Tolles Deutschland ud Politiker !!!!