drucken | schließen

blog.mindestlohn.de

Matthias schrieb am Donnerstag 22. Juni 2006:

Eine fast normale Woche

Die Woche ist fast vorbei und unser Urlaub kann beginnen.

Aber gestern bekamen wir 2x Post.
1. vom Finanzamt und 2. von der Wohnungsverwaltung.

Es ist wieder die alljährliche KFZ-Steuer fällig.
140 Euro.

Und wir müßen 200 Euro Betriebskosten nachzahlen.

Das, vor unserem Urlaub, ist eine einzige Katastrophe!

Da hat man im letzten Jahr versucht mit Müll, Wasser und der Heizung sparsamer umzugehen als die Jahre zuvor.
Trotzdem schlagen die ständig steigenden Kosten wieder zu.

Tja, die Winter werden eben länger und kälter als die Jahre vorher.

Die einzigen, die davon profitieren, sind die großen Energie-Konzerne.
Sie machen Jahr für Jahr immer mehr super Profite und der Staat schaut fast nur zu. Er verdient ja auch mit daran.

Wie es den kleinen Leuten geht, scheint ihm egal zu sein.
Wenn ich an nächstes Jahr denke, wird mir regelrecht Angst!

Die Mehrwertsteuer mit 3 Punkten Plus kommt, die sogenannte Gesundheitsreform kommt. Was da auf uns zukommt, weiß bestimmt keiner. Nicht mal unsere so super schlauen Politiker. Die haben ihr Schäfchen im Trockenen.

Warum denken sie nicht erst mal an die kleinen Leute?

Ca. 2,7 Millionen Männer und ca. 1,1 Millionen Frauen verdienen weniger als die Hälfte des durchschnittlichen
Bruttolohnes von 1470 Euro.

Was wird aus diesen Menschen?

Sie werden durch diese Maßnahmen automatisch zu Menschen
4. Klasse gestempelt.

Warum also nicht den Mindestlohn? Egal ob 7,50 oder 8,000 oder sogar 10 Euro, nur so kommen wir aus dem Dreck.

Die Kaufkraft wird gesteigert, also mehr Produktion, der Staat muß weniger ausgeben für Hartz IV und für Arbeitslose.

Der Staat und wir machen eigentlich nur Plus.

Warum passiert das nicht???


URL des Textes: http://www.hungerloehner.de/0/viewentry/987


Kommentare

Hans-Dietrich Busch am 25. Juni 2006

Man kann nur hoffen, das sich diese 2,7 Mill. Männer und 1,1 Mill Frauen, sowie alle Hartz IV Opfer mit Gutverdienedern, die sich solidarisch mit uns verhalten, auf die Straße gehen und wie die Ärzte um gerechten Lohn und ausreichende Lebenshilfe zu erhalten.

Den sozialen Abstig, den meine Familie genommen hat, verkrafte ich einfach nicht.

Ich arbeite in einen solchen Hungerlohnjob und meine Frau ist schon langzeitarbeitslos. Sie ist zudem auch deswegen sehr krank geworden. Meine Frau, meine Tochter und ich haben im Monat 1250,-€ zum leben. Ich fahre täglich mit dem Auto zur Arbeit und habe leider keine Fahrgemeinschaft.

Es muß ein Mindestlohn her und der sollte sich um die 8,-€ für ungelernte Kräfte bewegen und für Facharbeiter um die 10,-€.


Tabea am 4. Januar 2007

Hallo - ich habe einen kleinen Einwand: In einer Focus- oder Spiegelausgabe stand, dass der durchschnittliche Bruttolohn in Gesamtdeutschland von 1991 1600 Euro brutto angestiegen ist auf im Jahre 2003 mit 2200 Euro. Somit ist das mit den 1470 Euro brutto nicht richtig - es sei denn, das gilt für eine Einzel-Region oder so...
Was an der Sache das perfide ist: Der Bruttolohn ist zwar um 600 Euro gestiegen. Aber die netto-Kaufkraft lag 1991 bei 1100 Euro - heute liegt sie, wenn man die Preise von 1991 zugrunde legt, bei nur noch 1050 Euro ... das heißt, mit mehr Bruttolohn (also auch netto) können wir uns heute weniger leisten als 1991 mit weniger Bruttolohn ... und da soll einer sagen, es ginge nicht bergab!
Ich habe auch kürzlich gelesen, dass eine 27-jährige ALGII-Empfängerin mit Tochter 1050 Euro ALG II bekommt - inklusive Kinder- und Mietgeld.
Sind wir mal ehrlich: wenn man 1050 Euro netto verdient, ist das an sich doch nicht schlecht, oder?
Diese Frau bekommt das als Arbeitslosengeld. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass andere dafür morgens aufstehen und zur Arbeit fahren - und auch Kinder haben!
Jetzt sage ich aber nicht, dass ich diese Frau verdamme - im Gegenteil! Ich glaube, es geht ihr nicht gut finanziell und dass sie es verdammt schwer hat, einen Arbeitgeber zu finden, der bei dem Wort "Alleinerziehend" nicht gleich auf Einstellung verzichtet - zumal, da die Frau keine Ausbildung hat.
Was ich sage, ist: Es gibt Löhne, die so niedrig sind, dass man selbst mit Hartz IV gleichgestellt ist oder sogar besser - und das kann nicht sein! Arbeit muss sich doch lohnen, oder?