Blick über den Gartenzaun
Komme wie die letzten 6 Wochen, oder waren es 12 Wochen, ich weiß es nicht mehr, aus der Nachtschicht. Habe gerade Kartoffeln geschält, dazu den Spinat aufgetaut, damit meine Frau, wenn sie von Arbeit kommt, gleich eine warme Mahlzeit hat ohne sich groß was zu kochen. Denn sie muß ja 16 Uhr wieder los. Ich esse erst so gegen 14 Uhr, manchmal auch 16 Uhr. Kommt darauf an, wann ich aufstehe.
In den letzten 10 Tagen gab es wiedermal tüchtige Turbulenzen in unserer Kasse. Alle wollen was haben. Die TÜV-Reparaturen waren schon heftig, das haben wir gerade noch verkraften können. Davon hatten wir uns etwas erholt, da kommt der nächste Schock.
Unsere Katze wurde krank, also zum Tierarzt. Kosten: 99 Euro. Die Gartenpacht musste bezahlt werden. Kosten: 270 Euro. Übrigens, seit 2007 ist unsere Pacht gestiegen. Wir müssen Vorauszahlungen leiten, weil seit 01.01.2007 die Strompreise in Dresden um 15 % gestiegen wurden.
Ich meine wirklich gewurden.
Sonst war unsere Pacht so zwischen 120 und 150 Euro pro Jahr.
Ende Mai kommt auch noch die Steuer fürs Auto.
Zu guter Letzt wurden meiner Frau auch noch die Stunden gekürzt. Ca. 200 Euro weniger in der Kasse.
Wir haben deswegen schon den Besuch zu meinem Schwager in Oberhausen absagen müssen. Er wird 50.
Trotzdem ist es immer wieder schön, wenn man am Wochenende in den Garten gehen kann.
Es wäre für unsere Politiker mal sehr ratsam, sich mal unerkannt unters Volk zu mischen. Nur dort würden sie erfahren, was es bedeutet mit einem Hungerlohn auszukommen.
Am letzten Wochenende haben wir etwas erlebt, es war für mich eine total neue Erfahrung! Wir waren abends im Garten und es kamen 2 Gartenfreunde zu uns. Eigentlich nichts Besonderes, aber nach 2 Stunden waren wir 20 Personen. Sie brachten sogar Stühle mit. So viele habe ich nicht.
Es ging nur um eines: Mindestlohn!
Einige sagten: Es ist richtig was ich mache. Einige wiederum: es bringt nichts. Und schon war die beste Diskussion im Gange. So was müssten sich unsere Politiker anhören!!
Viele waren zum Schluss der Meinung, die Regierung will, dass das Volk denkt, es bringt nichts, sich zu organisieren. Warum wohl?
Zum Schluss noch ein Wort über den 1. Mai in Dresden!
Die Prager Straße wurde zum Trödelmarkt umfunktioniert. Die Gewerkschaften wurden auf den Theaterplatz verbannt. Einige hundert Quadratmeter. Da ist eine sinnvolle Begegnung von Parteien und Gewerkschaften fast unmöglich. Ich weiß nun nicht, ob das so gewollt war, oder ob das die Stadt Dresden so wollte.
Ich habe mich dafür geschämt!!!







