Dienstag 9. Mai 2006
Heute berichte ich über die Arbeit meiner Frau und meine Arbeit.
Meine Frau arbeitet seit 8 Jahren in einer Reinigungsfirma.
Dass ich den Namen der Firma und den Einsatzort meiner Frau nicht preisgebe, ist hoffentlich verständlich. Nur so viel: Sie hält die Büros von gewählten Volksvertretern sauber und rein. Dafür bekommt sie den Tariflohn für ungelernte Reinigungskräfte von 6,36 Euro -BRUTTO!
Damit man über die Runden kommt, geht sie abends nochmals in eine staatliche Institution, um dort den Schmutz, der sich den ganzen Tag lang gesammelt hat, zu entfernen.
Letztendlich kommen am Monatsende mit Überstunden in guten Monaten ca.850 Euro raus (netto).
Wer die Arbeit gut kennt weiß, dass das ein harter Job ist.
Trotzdem musste diese Firma, um diesen Auftrag zu behalten, die Arbeitszeit, in der die einzelnen Büros gesäubert werden müssen, drastisch kürzen.
Da sieht man mal, dass sogar mit Billiganbietern jongliert wird.
Meine Frau hat dadurch Angst, dass sie durch meine Tagebucheinträge ihre Arbeit verliert bzw. in Misskredit kommt. Diese Angst konnte ich ihr bis jetzt nicht nehmen, obwohl sie seit 32 Jahren in der Gewerkschaft ist.
Nun zu meiner Person.
Ich bin seit 31 Jahren von Beruf Fleischer.
Seit längerer Zeit arbeite ich in einem Großhandel. Den Namen meiner Firma möchte ich noch nicht nennen. Ich bin zwar nicht ängstlich, aber ich bin vorsichtig geworden.
Ich arbeite zu 80 Prozent nur nachts. Das heißt, je nach Schichtplan zwischen 20 Uhr und 10 Uhr.
In meinem Arbeitsvertrag, steht nichts von Arbeitszeitdauer drin. Das heißt, ich habe eine wöchentliche Arbeitszeit von ca.50 Stunden.
Es wird nicht laut gefordert, aber man merkt es schon, wie man dann von den Vorgesetzten behandelt wird.
Eigentlich verdiene ich über 8 Euro die Stunde - BRUTTO.
Raus bekomme ich je nach Schicht zwischen 1050 und in guten Monaten 1250 Euro. Aber, jetzt kommt das Aber. Das geht nur durch die Nachtschichtzuschläge. Die machen ca. 300 Euro aus.
So geht das nun schon seit fast 10 Jahren.
Dass darunter auch eine gute Ehe leidet, sieht wohl jeder ein. In den letzten 3 Jahren hatten wir mehr Tiefen als Höhen.
Wir wollen ja nicht weniger arbeiten, aber wir wollen einigermaßen leben können, ohne dass man bei der kleinsten Ausgabe auf den Pfennig schauen muss.
Ein kleines Beispiel zum Schluss.
Wir waren jetzt für ein paar Tage im Urlaub. Der erste seit 7 Jahren. Obwohl wir für die Unterkunft nichts bezahlen brauchten, haben uns diese schönen Tage ein riesiges Loch in unseren Geldbeutel gerissen. Und da sind wir nur ins Ruhrgebiet gefahren.
Wir können nur hoffen, dass endlich mal etwas unternommen wird, dass man etwas sorgenfreier leben kann als bisher.
Aus diesem Grund arbeite ich bei der Initiative-Mindestlohn mit.
Ich hoffe, dass es endlich Millionen werden, die diese Initiative unterstützen. Sie tun es nicht für andere, sondern für sich selbst.
In den nächsten Tagen werde ich mal eine Aufstellung zeigen, was wir für Einnahmen und was für Ausgaben wir haben.
Da werden viele sehen, eh, das ist genauso wie bei mir.
Autor: Matthias · Rubrik: Arbeit
Hallo Matthias,
ich möchte erst mal unterstreichen, dass ich ein großer Befürworter von Mindestlöhnen bin und die Kampagne mit unterstütze.
Du Bist seit langem Gewerkschaftsmitglied - ich nehme an wie ich auch in der NGG. -
Wie kommt es, dass Ihr Wochenarbeitszeiten von 50 Stunden leisten müsst? Habt Ihr keinen Betriebsarat der sich um die Sachen kümmert - und auf Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen achtet -oder werden die Überstunden bezahlt? Normalerweise ist bei 48 Wochenstunden Schluss.
Grüße, Christoph
Hi Matthias,
ich lese euere Seite sehr gerne! Wenn man die guten Monate zugrunde legt (1250 Euro) und 50 Std./Woche, dann hast Du einen Std.-Lohn von 6,25 (ich vermute netto?). Das ist wenig. Die Mindestlohn-Kampagne ist wichtig und stößt auch auf ein großes Bedürfnis. Ich wünsche uns allen viel Erfolg bei der Kampagne - und Dir und Deiner Familie, das es besser wird.
Viele Grüße, Frank
Hy,
ich lebe in einer Ähnlichen Situation, meine Frau mit Wechselsicht und ich Arbeiten, unser 10 jährige Sohn geht zur Schule. Ich kenne die Verfahrensweisen Handhabungen der Firmen/Vermittler in der Branche, ich selber war bis letztes Jahr Dezember als Ausbeiner im Rind/Schweinefleisch tätig.
Ich habe in einen kleinen Zerlegbetrieb gelernt und da durch habe ich auch die Großen Firmen kennen gelernt. Ich bin quer durch Deutschland gefahren um zu Arbeiten. Dann war ich mal im Osnabrück, dann in Hamburg, Kiel, Lübbecke, Eberswalde usw. Immer dasselbe spiel, erst eine Zeit lang gearbeitet, arbeit wurde mehr, Geld immer weniger. Und so lernte ich Deutschland und die Wirtschaft die seit den 90iger sich immer weiter Verschlechterte für den Deutschen Facharbeiter.
Ich bin jetzt 35 Jahr jung z.Z. Arbeitslos, habe mein job verloren weil ich als Deutscherfacharbeiter zu teuer bin. Der Tariflohn die, die NGG für eine Fleischer vorsieht/ausgehandelt ist den meisten schon zu viel, oder zahlen 5 cent Übertarif und sind dann nicht mehr an Tarifvertrag gebunden Fertig. Von den ganz großen Firmen sprechen wir erst gar nicht.
Und schon werden eigene Gesetze gemacht.
Bei meinen letzten Arbeitgeber war der Vertrag den ich bekam, ist ähnlich wie deiner keine Arbeitzeitdauer drin, bei mir war es genau um gekehrt ich habe weniger als 30 std. p.W. gearbeitet, das wurde dann zum richtigen Nachteil. Da durch das die Billiglöhner zu maßen führ die Grobzerlegung kamen, war für die Feinzerlegung mit 2 Subunternehmern zu wenig Arbeit und es mussten Leuten (reichlich) gehen. Unter andern ich.
Da durch das meine Frau Sichtdienst hat sehen wir uns auch selten und nun da ich ohne Arbeit bin ist es nicht Familien freundlicher geworden. Der Finanzelle Rückhalt ist z.Z noch gegeben Aber wie lange noch. Die Situation in unserer Branche verschlechtert sich der Maßen das es nicht besser werden kann.
Wie lange geht das noch gut mit der drum herum Rederei, mit der Ausdehnung des Lohn-Dumpings; bei dem ein Deutscher nicht mehr konkurrenzfähig ist und sein kann. Politik verspricht nur, die Freizügigkeit für Beitrittsländer werden eingeschränkt für 7 Jahre, wann fanden die an oder wann sind die rum????
Nix passiert, die Fleischmafia findet immer noch ne Lücke, die Politiker drehen sich nur im Kreise, und bei Ihr Schleudertrauma kommen dann so Sachen raus wie Hartz IV, 1 Euro job, Diäten erhöhen, DU bist Deutschland. Man ich könnte K****.
Zum überspielen der Situation der Branche und der Fehler der Politiker werden andere Schauermärchen aus gegraben wie diverse Fleischskandale wie Salmonellen im Schweinefleisch, jede 3 Probe mit Mängel usw., warum ist dann denn so dass die Firmen ihre Überproduzierte Ware nicht an den Mann bringen, keine Kaufkraft ,das Einkommen und Nebenlohnkosten bewegen ungleich in der Waage. Und wenn der Staat weiter gegen sein eigenes Volk arbeiten resultiert eine 2 Klassengesellschaft die vom keinen mehr getragen werden kann und wird.
Aber solche dinge wie diese Seite, die ich befürworte und sehr begrüße, lassen wieder von besseren Zeiten Träumen.
Danke und viel Erfolg Matthias
Mit freundlichen Grüßen
Michael
Hallo Matthias
ich schreibe doch mal was
so ähnlich geht es mir auch
mit meine bißchen rente komme ich auch net weit
Mit Freundlichen Grüße
Christine
Laut Statistik ist ein Stundenlohn von über 8 im Fleischergewerbe Durchschnitt oder marginal darüber in Sachsen:
http://www.statistik.sachsen.de/22/1_05pollack.pdf
Es braucht sofort einen gesetzlichen Mindestlohn für solche Niedriglohn-Branchen, damit der Durchschnitt, der ohnehin schon am unteren Ende der Skala ist, nicht noch weiter absinkt!
Aber auch in allen anderen Branchen muß mittelfristig ein Mindestlohn eingeführt werden, um Lohndumperei einen Riegel vorzuschieben, denn auch den Branchen, die noch verhältnismäßig gut zahlen, wird es nicht verschonen, da braucht man sich keine Illusionen zu machen!
Also irgendwas stimmt nicht bei den Angaben zum Lohn. Bekommst du nun über 8 Euro/Stunde oder nicht? Bei 200 Stunden/Monat + 300 Euro Nachtschichtzuschlag müßtest du immer über 1300 Euro netto haben.
Der geforderte Mindestlohn von 7,50Euro wäre doch ein Rückschritt für dich.
Oder ist es vielleicht so, dass nicht alle geleisteten Stunden bezahlt werden? Dass hat dann aber nichts mit einem Mindestlohn zu tun. Was nützt es, 15 Euro/Stunde zu bekommen, wenn man trotzdem nur 1000 Euro ausgezahlt bekommt.Da wäre es eher notwendig, die korrekte Bezahlung der geleisteten Stunden anzumahnen.
MfG
Jan
Mit dem Mindestlohn ist gut und schön aber was ist mit unseren ganzen Nachbarländern die unsere arbeit immer billiger machen? Ich selbst habe als Metzger auf selbständiger Basis in über 30 Betrieben gearbeitet und genug Ungarn kommen gesehen die unsere arbeit für weniger als die hälfte gemacht haben. der letzte deutsche Betrieb in dem ich gearbeitet habe war die Fa. Sattig in Dieburg, diese Fa. hat vor Weihnachten 12 deutsche Metzger entlassen und dafür 20 ungarn genommen. In der deutschen Fleischbranche sind das offiziell 290000 Arbeitsplätze. Ich gehe zur Zeit als Lkw Fahrer arbeiten das ist in meinen Augen ein Witz das dank unserer Regierung es sich fast keiner mehr leisten kann im erlernten Beruf zu arbeiten. Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder wie soll ich bitte meine Familie mit ca 1250 monatlich ernähren können
Zu Holger Umbach:
Den Nachbarländern die billiger arbeiten (und das auch noch von der BRD über die EU finanziert bekommen) kann man nur durch eine Rückwärtsentwicklung geprägte Zollpolitik entgegentreten. Ein Mindestlohn würde sicherlich alles was sich noch dahin verlagern ließe in kurzer Zeit auch dorthin treiben. In der Folge daraus müßte Deutschland also mit dem EU-Wahnwitz Schluß machen. Produkte die in Fremdländern zu Dumpingpreisen produziert werden, sei es durch WIRKLICHE Hungerlöhne, (so richtig hungern wird hier ja keiner, woanders aber trotz 60h-Wochens schon) Umweltzerstörende Produktionsmethoden usw.,mit Einfuhrverboten oder Strafzollen belegen so daß heimische Produkte wieder auf dem Binnenmarkt konkurrenzfähig sind. Auch Transportorgien, wie das bei Krabben der Fall ist, (von der Nordsee über Holland nach Marokko und gepult wieder zurück) würde so etwas greifen. Solche Maßnahmen würden nicht nur den hiesigen Niedriglohnsektor für geringqualifizierte ausbauen und stärken, sondern sich auch ökologisch positiv auswirken. Aber zu so etwas hat natürlich keiner den Mumm oder Lust, da reden die Minister lieber davon, den Mittelverdienern den Jahresurlaub zu verteuern oder die klassichen Glühbirnen mit einem Bann zu belegen und zu ächten.... Eine scheinheilige, verlogene Brut die perfide auf Nebenkriegsschauplätze verweist um abzulenken und bei der nächsten Fußball-WM die wichtigen Dinge leise still und heimlich am Volk durchregiert. PFUI TEUFEL
Hallo zusammen ....
Bin zwar in einer anderen Branche tätig,kann aber mit ruhigen Gewissen sagen ,das es mir nicht besser geht.
Es ist nicht mehr schön eine Fachkraft in Deutschland zu sein , schlimmer ist es noch wenn man Körperlich Behindert ist....
Bei uns in der Firma wurde gesagt:Wir sitzen alle in einem Boot !Das stimmt auch nur das die einen am Ruder ,welche an den Trommeln und zum guten Schluss der Rest am Ruder sitzt.Mittlerweile bin ich auf den Standpunkt es ist besser Arbeitslos zu sein,dann weiß man wenigsten warum !
Man kann dann immer sagen Ich bin eine Fachkraft und zu Teuer,gut das Politiker keine Fachkräfte sind ;-) !
MfG
Josch
Hallo Miteinander,
ich unterstütze das Vorhaben die Löhne dauerhaft auf ein menschenwürdiges Niveau anzuheben. Was ich allerdings sehr bedauere ist, das weder die Parteien, noch die Gewerkschaften erkennen oder erkennen wollen, sowie die Verfasser der Berichte hier erkennen wo der eigentliche Hund begraben ist. Ihr redet immer vom Bruttolohn, bitte lebt ihr vom Brutto oder vom Netto ? Es ist eine wesentlich größere Ungerechtigkeit das den abhänging Beschäftigten und auschließlich diesen, jeder Solidaritätsbeitrag abgeknöpft wird. Es wird zwar behauptet, dass auch der Arbeitgeber seinen Beitrag hierzu in Form von AG- Beiträgen leistet. Darauf kann er auch besonders stolz sein, denn auch hier wird dem Arbeitnehmer nicht die reine Wahrheit erzählt, und leider schlucken es die meisten. Wer erwirtschaftet diese Beiträge, doch bitte nicht der AG? Es ist eine Arbeitnehmerleistung. Und was wird damit alles bezahlt, fast alles womit man den Steuerzahler nicht belasten will. Vernüftig wäre für die abhängig Beschäftigten neben einer Lohnerhöhung auch für eine Reduzierung der Lohnnebenkosten oder gar für Ihre Abschaffung und somit für ein steuerfinanziertes Sozialsystem zu kämpfen.
Wer jetzt denkt wow, das wäre ein Thema für die Linken, der liegt falsch, und zwar absolut falsch, denn als dieses Thema aufgegriffen wurde, haben Lafontaine und Gysi ganz schnell und schneller als die anderen die Finger davon gelassen. Wichtig ist für mich das auf so einem Portal Stimmungsmache für eine Partei, wie in verschiedenen Beiträgen geschehen unterbleibt. Überparteilichkeit ist gefragt. Und die Parteien sind keine Heilsbringer Sie wollen nur unsere Stimmen, genauso wie die SPD, die jetzt mit dem Mindestlohn Wahlkrampf machen will.
Also liebe Grüße Euer GW
Der Moderne Mechenhandel....!!!!!
Ja hallo seid gegrüßt alle,
ich habe die Nase so gestrichen voll von unseren Arbeitsmarkt zurzeit, Zeitarbeitsfirmen und Private Arbeitsvermitler usw wie sie sich auch alle nennen mögen ist doch eh alles das gleiche das Kind hat nur ein anderen Namen.
Es ist draurig mit anzusehen das sich andere Menschen an unsere Arbeitslosigkeit erfrühen und auch noch damit Profit machen, sich mit unsere Arbeitskraft die Taschen voll stopfen. Alle verdiene sie Geld an dir nur die bedrofende Fachkraft kann in die Röhre sehen und mit einen Niedriglohn nach Hause gehen. das ist noch nicht alles, die Einsatzorte sind meist Km weit weg und man erhält noch nicht einemal eine Reisekostenerstattung. Mann soll dann von den Niedriglohn der ehe nicht reicht um seine Fixkosten abzudecken dann noch seine Fahrkosten selber tragen!!!
Das Kann es doch nicht sein?????????????
Immer mehr Menschen gehen Vollzeit Arbeiten und können noch nicht einmal ihre Fixkosten wie Miete, Strom,Heizung,Versicherungen,Nahrungsmittel usw. damit Zahlen und dann soll man für den Unternehmer flexiebler sein und sich noch einen PKW zulegen und wer soll das denn Zahlen?
Oder man soll sich von seinen Arbeitgeber ein Händy zulegen mit man 24Std errichbar und einsetzbar ist... Ich nenne sowas Rufbereitschaft und sollte dann auch Entlohnt werden..!!!
Mir gefiehl übrings auch der Artikel der Verdi zum Thema wenn Arbeit Arm und krank macht.
Ja das ist das Zeitalter wo Mensachen keinen Menschen mehr sind sondern nur noch eine Ware mit der man Geld verdienen kann.
"draurig aber war"
Armes Deutschland kann ich da nur noch sagen. In mir wächst tagtälich das bedürfniss Deutschland zu verlassen und woanders einen neuanfang zustarten.
Hallo Franky,
ich kann Deinem Artikel nur zustimmen, aber glaubst Du wirklich Dir würde es im Ausland besser ergehen als bei uns. Schau doch mal in die USA dort haben die Leute nicht einmal eine vernünftige Krankenversicherung, schau nach Asien, wie dort manche Menschen leben müßen. Bitte trotz aller und großen Probleme, im Verhältnis gesehen, geht es uns noch gut. Es ist keine Entschuldigung für diese Zustände, es soll nur unterstreichen das ein Weglaufen nicht viel Sinn macht und das Problem nicht gelöst wird. Wir müßen erreichen das Lohndumping einen strafrechtlichen Charakter bekommt, somit kann jeder Einzelne vor Gericht die Verurteilung der ausnützenden Personen erreichen. Das, glaube mir hätte Wirkung. Dies würde allerdings die Diskussion über den Mindestlohn ad absurdum führen.
hier ist wieder Fränky,
ja weglaufen ist auch nicht das richtige stimmt schon aber wenn mann hier in diesen Land keine Zukunftsperspektive mehr hat die Länder wie z.b. USA oder Asien sind schlechter dran wie wir das ist richtig.
Ich meine es gibt aber auch Länder wo die fachliche Arbeitskraft gesucht und noch gut bezahlt wird z.b England,Irland,Neuseeland,Schweden,Norwegen,Österrich usw.
MFG
Fränky
Hallo,
Anbei ein Hinweis auf die Kampagne der FAU gegen unbezahlte Arbeit. Vielleicht nicht uninteressant...
Kampagne: Keine Arbeit ohne Lohn!
Aufruf zur Kampagne der FAU Berlin
weitere Infos: http://www.keine-arbeit-ohne-lohn.de
In Deutschland, und nicht nur dort, erleben wir derzeit einen beispiellosen Angriff auf die regulären Beschäftigungsverhältnisse. Einst hart erkämpfte Arbeitsstandards werden untergraben, Löhne nach unten geschraubt, das Arbeitsrecht aufgeweicht, Arbeit generell „flexibilisiert“, wie sie es nennen. Gerade die allgemeine Herabsetzung der Löhne spüren wir, als lohnabhängige Bevölkerung, am härtesten. Der krasseste Ausdruck dieses Lohnverfalls liegt, logischerweise, dann vor, wenn Menschen ohne Lohn schuften.
Wer glaubt, unbezahlte Arbeit findet sich etwa nur dort, wo Menschen ehrenamtlich tätig sind, weit gefehlt. Sie ist ein um sich greifendes Phänomen inmitten der Arbeitswelt. Sie gibt es flächendeckend, in fast allen Bereichen: ob Probearbeit, Praktika, Lehraufträge oder – in der pervertiertesten Form – Ein-Euro-Jobs. Immer mehr Menschen erledigen Jobs (nahezu) ohne Entlohnung.
Gerade Probearbeit bzw. Probeschichten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, vor allem bei Klein- und mittelständischen Unternehmen.
Der große Probeschwindel
Immer mehr Menschen machen Erfahrungen mit unbezahlter Probearbeit, ja, diese Form der Ausbeutung scheint geradezu einzureißen. Vor allem für Tätigkeiten, die schnell anzulernen sind und keine oder nur geringe Vorkenntnisse benötigen, greifen Arbeitgeber zunehmend auf unbezahlte Arbeitskräfte zurück. Die Palette reicht von der Bedienung oder Küchenhilfe, über Verkaufs- oder Ladenarbeiten bis hin zu Portierjobs oder harter Knochenarbeit. Ob Gastronomie, Handel, Gewerbe oder Bau – kaum eine Branche, in der es das nicht gibt. Aber auch Jobs, die eine Ausbildung oder Fachkenntnisse erfordern, geraten zunehmend in diesen Strudel. Vor allem Zeitarbeitsfirmen treiben hierbei ein schamloses Spiel, während viele Unternehmen sich die immer schärfere Konkurrenz und die Verzweiflung von Erwerbslosen zunutze machen. Besonders drastisch wird die Situation, wenn dahinter noch der Druck von der Arbeitsagentur steckt.
In der Regel werden solche Arbeitskräfte für ein paar Stunden oder wenige Tage herangezogen, nicht selten aber auch für ganze Wochen, wobei sie die volle Arbeitsleistung für die vorgesehene Stelle erbringen. Die Übernahme der Probearbeitenden erfolgt dabei in den seltensten Fällen, meistens lässt das entsprechende Unternehmen nicht mehr viel von sich hören. Und ebenso selten wird, im Falle der Ablehnung, für die geleistete Arbeit ein ordentlicher Lohn gezahlt. Oftmals hat derjenige schon Glück, der zumindest eine kleine Vergütung erhält. Immer häufiger aber gibt es Pustekuchen für die Strapazen. Und auch im Falle der Anstellung – die Nicht-Entlohnung von Probearbeit bleibt eine Entwürdigung der Arbeitenden.
Unternehmen machen sich bei alledem das Unwissen der betroffenen Personen zu Nutze. Denn was viele dabei nicht wissen: wo eine Arbeitsleistung vorliegt, muss entsprechender Lohn gezahlt werden; rechtlich ist diese Verfahrensweise nur solange zulässig, wie sie nicht angefochten wird.
Keine Frage der eigenen Bereitschaft
Im Missverhältnis zum Trend der Probearbeit steht, dass diese Form der Ausbeutung wenig Aufmerksamkeit genießt und häufig unterschätzt wird. Die meisten Menschen erledigen diese Form der unbezahlten Arbeit stillschweigend, oftmals, weil ihnen keine andere Wahl bleibt, oftmals, weil sie sich etwas davon erwarten. In der Regel wird dies als individuelles Problem gesehen, als ein Zustand, gegen den man selbst nichts machen kann oder den man (kurzfristig) in Kauf nehmen muss.
Doch unbezahlte Arbeit zu leisten, ist nicht nur für die jeweilige Person bedauerlich. Dieses Problem betrifft alle Lohnabhängigen, auch wenn man selbst gerade nicht direkt davon betroffen ist. Jedes Mal, wenn wir unentgeltlich oder gegen symbolische Almosen einen Job erledigen, werden wir selbst zu Lohndrückern, werden zu Faktoren der Verdrängung regulärer Beschäftigung. Jedes Mal, wenn wir dies selbstverständlich in Kauf nehmen, schaden wir nicht nur uns selbst, wir schwächen die Position aller Lohnabhängigen. Derartige Arbeitsverhältnisse werden dadurch zunehmend standardisiert.
Unternehmer und Einrichtungen drehen bewusst an dieser Spirale. Sie forcieren derartige Verhältnisse, um durch billige Arbeitskräfte mehr Gewinn zu machen oder mehr einzusparen. Die um sich greifende Probearbeit ist somit ein Teil des neoliberalen Angriffs auf die Beschäftigungsverhältnisse.
Gemeinsam dagegenhalten
In vielen Bereichen werden solche Arbeitskräfte, ja, manchmal ganze Belegschaften zyklisch ausgetauscht. Diese hohe Fluktuation verstärkt die Vereinzelung, macht es schwierig, das Problem als ein Kollektives zu begreifen und anzugehen.
In der Tat können wir nur kollektiv an diesen Missständen rütteln und unsere Würde bewahren. Wenn uns das gesetzliche Recht zwar gewisse Möglichkeiten bietet, auch individuell dagegen vorzugehen, so ist auch dieser Weg für die meisten zu steinig, um ihn allein zu gehen. Langwierige aufreibende Verfahrenweisen, rechtliche Unkenntnisse, fehlende Erfahrungen, psychologischer Druck und evtl. Kosten stellen für viele eine zu große Bürde dar. Nicht zuletzt wird dieser Angriff auf die Beschäftigungsverhältnisse auf breiter Front geführt und kann deshalb adäquat auch nur auf breiter Front beantwortet werden.
Eine kämpferische und solidarische Gewerkschaft, in der sich Menschen branchenübergreifend organisieren, ist eine Antwort dieser Art. Mit ihr können wir unsere Interessen direkt und nachhaltig durchsetzen, die Unternehmen in die Enge treiben und letztlich sogar in die Offensive gehen. Ob durch die Ausübung von direktem Druck beim jeweiligen Ausbeuter durch eine Vielfalt gewerkschaftlicher Maßnahmen oder durch den Rückhalt bei letztlich eingeleiteten rechtlichen Schritten – organisiert durchbrechen wir die Vereinzelung und schaffen die nötigen Druckpotenziale.
Es ist an dir, eine Wahl zu treffen …
Di. 15.01.2008 [20.00Uhr] Berlin
Input und Diskussion zum Auftakt der Kampagne "Keine Arbeit ohne Lohn"
[Veranstaltungsort: FAU-Lokal, Straßburger Str. 38, Berlin-P'berg, U2 Senefelderplatz]
Hallo Leute,
habe mit Interesse eure Kommentare gelesen.Dazu Folgendes von mir: Bin Minijobber (Pauschalkraft) in einer Reinigungsfirma. Ich arbeite 20 Stunden/Woche (maximal 78 Stunden im Monat). Obwohl rein rechtlich gesehen minijobber die gleichen Rechte haben wie Festangestellte - bei uns Pustekuchen. Für diese Tärtigkeit (nach Norm) bekomme ich bisher lediglich 5,11 Euro/Stunde. Selbst bei den Festangestellten unterscheidet sich der Stundenlohn teilweise erheblich.Und gleiche Rechte habe ich zwar was Urlaub und Lohnfortzahlung betrifft, aber nicht bei feiertagen. Die kriege ich nicht bezahlt. Und es gibt da zwar noch ein bißchen mehr, aber dann würde mein Kommentar zu lang werden. Ich kann eigentlich nur jeden beneiden um einnen Stundelohn von über 6 Euro!