Dumpinglohnmelder

Sonntag 9. Juli 2006

Freud und Leid

So, mein Urlaub ist vorbei. Eigentlich hätte ich noch eine Woche, aber 3 Tage vor Beginn meines Urlaubs bekam ich Bescheid, dass ich nur 2 Wochen bekomme. Was solls, dann eben nur 2 Wochen.

Das Wetter war ja super. Vielleicht etwas zu heiß. Aber lieber so als zu kalt.

Am 2.Juli hatten wir unseren 20. Hochzeitstag. Sollte eigentlich ein super Tag werden. Sollte. Doch früh rief uns unser Sohn an und teilte uns mit, dass unsere Katze gestorben war. Meine Frau und ich waren geschockt. Da war an feiern nicht mehr zu denken. Unsere Katze hatten wir 8 Jahre.

Wir haben sie in unserem Garten begraben. So ist sie immer bei uns.

Morgen geht es wieder arbeiten. Eigentlich bin ich froh, dass es wieder los geht. Der Urlaub hat unsere Kasse an den Ruin gebracht. Aber das ist es mir wert.

 

 

Mittwoch 28. Juni 2006

Urlaub im Garten

Die erste Woche von unserem Urlaub ist fast schon wieder vorbei.

Bis jetzt hat das Wetter super mitgespielt, außer gestern Abend. Das Gewitter war nicht von schlechten Eltern.

Jetzt ist es etwas angenehmer. Nicht mehr ganz so heiß. Das erste frische Gemüse wurde auch schon geerntet. Schmeckt lecker und schont die Geldbörse.

Abends sitzt man mit den Nachbarn zusammen und redet über Gott und die Welt.

Verpflegung bringt jeder selber mit und so werden es immer schöne Abende. Fast immer. Denn kommt das Thema auf die Politik, werden die Diskussionen schon etwas hitziger.

Es ist schon erschreckend, wenn man erfährt, was der Großteil der Gartenfreunde verdient. Da geht es meiner Familie noch spitze.

Wenn ich vom der Initiative Mindestlohn anfange, sind sie erstmal alle begeistert. Aber wenn es darum geht, da mitzumachen, wird die Begeisterung schon kleiner.

Denn viele haben einfach Angst oder haben sich schon aufgegeben. Sie denken, es bringt doch sowieso nichts.

Diese Menschen müssen einfach wachgerüttelt werden. Ich versuche es jeden Tag. Mit mäßigem Erfolg.

Ich habe auch Angst, aber ich will mich nicht wehrlos mit meiner Situation abfinden.

Frankreich hatt jetzt den ML sogar erhöht. Bei anderen politischen Entscheidungen wird auch auf andere Länder geschaut. Warum nicht beim Mindestlohn?

So, werden jetzt noch ein paar kleine Einkäufe tätigen und dann geht es wieder in den Garten.

 

 
Donnerstag 22. Juni 2006

Eine fast normale Woche

Die Woche ist fast vorbei und unser Urlaub kann beginnen.

Aber gestern bekamen wir 2x Post. 1. vom Finanzamt und 2. von der Wohnungsverwaltung.

Es ist wieder die alljährliche KFZ-Steuer fällig. 140 Euro.

Und wir müßen 200 Euro Betriebskosten nachzahlen.

Das, vor unserem Urlaub, ist eine einzige Katastrophe!

Da hat man im letzten Jahr versucht mit Müll, Wasser und der Heizung sparsamer umzugehen als die Jahre zuvor. Trotzdem schlagen die ständig steigenden Kosten wieder zu.

Tja, die Winter werden eben länger und kälter als die Jahre vorher.

Die einzigen, die davon profitieren, sind die großen Energie-Konzerne. Sie machen Jahr für Jahr immer mehr super Profite und der Staat schaut fast nur zu. Er verdient ja auch mit daran.

Wie es den kleinen Leuten geht, scheint ihm egal zu sein. Wenn ich an nächstes Jahr denke, wird mir regelrecht Angst!

Die Mehrwertsteuer mit 3 Punkten Plus kommt, die sogenannte Gesundheitsreform kommt. Was da auf uns zukommt, weiß bestimmt keiner. Nicht mal unsere so super schlauen Politiker. Die haben ihr Schäfchen im Trockenen.

Warum denken sie nicht erst mal an die kleinen Leute?

Ca. 2,7 Millionen Männer und ca. 1,1 Millionen Frauen verdienen weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Bruttolohnes von 1470 Euro.

Was wird aus diesen Menschen?

Sie werden durch diese Maßnahmen automatisch zu Menschen 4. Klasse gestempelt.

Warum also nicht den Mindestlohn? Egal ob 7,50 oder 8,000 oder sogar 10 Euro, nur so kommen wir aus dem Dreck.

Die Kaufkraft wird gesteigert, also mehr Produktion, der Staat muß weniger ausgeben für Hartz IV und für Arbeitslose.

Der Staat und wir machen eigentlich nur Plus.

Warum passiert das nicht???

 

 
Sonntag 18. Juni 2006

Wochenende in unserem Garten

Als erstes muß ich mich entschuldigen, dass ich mich erst jetzt melde.

Aber das Wetter ist so spitze, dass wir in unseren Garten gehen mußten.

Es war einfach traumhaft schön.

Wir haben ein Kesselgulasch gemacht, einfach vom feinsten.

Gequatscht wurde von Gott und der Welt. Am Ende sind wir wieder beim Mindestlohn angelangt. Da erfährt man mal so nebenbei, dass eine Gartenfreundin gerade mal 4,70 Euro verdient. Das in einem Fleischerfachgeschäft mit sehr vielen Filialen in Dresden. Bestimmt nicht bloß in Dresden.

Sie ist von Beruf -FLEISCHER- also nicht ungelernt.

Aber sie ist froh, überhaupt Arbeit zu haben.

Der Name dieses GROSSEN Unternehmens ist RICHTER aus Oederan. Liegt im Erzgebirge. Es ist ein komplettes Familien-Unternehmen.

Sie hat aber nicht den Mut, in die Öffentlichkeit zu gehen. Mit einem einfachem Grund: ANGST!! Angst um ihre Arbeit.

Angeblich ist sie zufrieden, das wird aber nicht nur von mir stark angezweifelt.

Man sieht also, es geht nicht um uns, sondern um alle, die wenig oder fast gar nichts verdienen. Obwohl sie hart dafür arbeiten.

Heute haben wir unseren -Pool- aufgebaut und ihn gleich eingeweiht.

Am liebsten wären wir im Garten geblieben. Aber morgen früh 1 Uhr ist für mich die Nacht vorbei.

Übrigens, wir haben nicht Fußball geschaut.

Ich habe mir auch schon überlegt, ins Ausland zu ziehen. Aber ist das eine Lösung?? Bestimmt nicht. Wenn jeder so denkt und handelt, wäre Deutschland menschenleer.

Wer ins Ausland zieht, entzieht sich der Verantwortung für sein Land.

Ich meine nicht die Menschen, die wegen ihrer Firma müssen, oder weil sie Familienmitglieder da haben.

Andere Länder machen uns vor, dass das mit dem ML klappt. Wir kopieren so viel aus dem Ausland, warum nicht endlich den Mindestlohn!!!!

 

 
Montag 12. Juni 2006

Mein liebes Tagebuch

Mein liebes Tagebuch. Habe diese Woche ein ganz normale Schicht, die ich schon seit Jahren nicht mehr kenne. Von 6 Uhr bis 14.30 Uhr. Wenn alles gut geht. Eigentlich ist es schön, mal so eine Schicht kennenzulernen.

Man ist nachmittags mit der Frau zusammen, man kann mal nachmittags zusammen bummeln gehen und vieles mehr.

Aber wenn ich so eine Schicht einen ganzen Monat habe, fehlen uns 300 Euro. Wegen der Nachtschichtzuschläge.

Liebes Tagebuch, warum gibt es Menschen, die dich nicht richtig lesen bevor sie zur Tastatur greifen? Einige Kommentare würden sich anders lesen, wenn sie dich von Beginn an richtig lesen würden.

Oder sind das Menschen, die mit sich selber unzufrieden sind und es nur nicht zugeben wollen oder können? Warum machen diese Menschen nicht einfach bei der Initiative Mindestlohn mit?

Vielleicht haben sie genügend oder sie kapieren immer noch nicht, um was es eigentlich geht?

Fragen über Fragen. Antworten können nur sie sich selber geben.

Liebes Tagebuch, habe heute meine Nebenkostenabrechnung bekommen. Ein kleines Fiasko. 200 Euro nachzuzahlen. Können es nur abstottern. Seit drei Jahren wird nur nachgezahlt. Obwohl wir überall in der Wohnung sparen, wo es nur möglich ist. Nächstes Jahr wird wohl noch schlimmer werden. Wir lassen uns überraschen.

Liebes Tagebuch. Vielleicht habe ich wirklich keine Ahnung mit Geld umzugehen. Aber darum geht es dir doch nicht. Du willst doch eigentlich nur zeigen, wie es einer Familie, einer von sehr vielen, geht.

Gut, vielleicht reichen sogar 3000 Euro nicht aus, um über die Runde zukommen. Du weißt es nicht, ich weiß es nicht, andere wissen es auch nicht.

Aber, mein liebes Tagebuch, ich sage es dir nochmal. Es geht nicht um uns, es geht um die Allgemeinheit, es geht um die Menschen und Familien, denen es noch schlechter geht!!

Solang wir uns gegenseitig zerfleischen, wird sich gar nichts ändern.

So, mein liebes Tagebuch, ich hoffe, dass du mal aus einer anderen Sicht gelesen wirst.

Tschüß, bis später.

 

 
Freitag 9. Juni 2006

Die Fußball WM hat begonnen.

Die ganze Woche war hart und ich bin endlich froh, dass Wochenende ist. Und da geht jetzt die Fußball-WM los.

Eigentlich bin ich ein Fußball-Fan. Werde mir auch viele Spiele anschauen, sofern es meine Arbeitszeit erlaubt. Aber nicht um jeden Preis.

Seit einiger Zeit überlege ich mir, mit welchem Recht bekommen die Spieler Millionen in den Hals gesteckt. Nichts gegen ihre Leistungen. Die einen sind besser, die anderen schlechter.

Aber arbeitet das andere Volk nicht genau so hart? Die einen haben Glück und haben einen Betriebsrat,die anderen nicht. Die einen werden nach Tarif bezahlt, die anderen nicht.

Unser Staat hat total die Relation zum normalen Leben verloren.

Wer gut und viel arbeitet soll auch gut verdienen. Wenn es denn so wäre!

Aber das reale Leben sieht für Millionen Menschen in unserem Staat anders aus.

Mein Geburtstag hat ein großes Loch in unsere Kasse gerissen. Jetzt am Wochenende hat meine Schwägerin Geburtstag, die Woche drauf mein Schwager. Alles Kosten, die uns nicht leicht fallen.(Geschenke von max.20 Euro). Ich sage MAXIMAL!

Gut, ich könnte alle 3 Jahre von Land zu Land oder Stadt zu Stadt ziehen. Aber löst man damit das Problem im eigenen Land? So bestimmt nicht.

Habe heute nur einen kleinen Einkauf im PLUS-Markt getätigt. Das Ende vom Lied: 30 Euro weg.

Brot, Butter, Katzenfutter, Katzenstreu, 4 Flaschen Bier, Makkaronis, Gemüse, Hygienemittel, Milch, Tee(auflösbaren), Kaffee und eine Flasche Wein für 1,29 Euro.

Ich weiß, jetzt werden bestimmt wieder einige sagen: warum Kaffee, warum Wein, warum Bier. Ganz einfach, ICH WILL LEBEN. Wir arbeiten hart dafür. Darum wollen wir endlich den ML. Es wird deswegen nicht einfacher, aber etwas leichter.

Ich will ja nicht gerade die Millionen der Fußballer, aber ich möchte endlich mal normal bezahlt werden für meine Arbeit. Und zwar so, dass ich mir nicht überlegen muss, kaufst du ein Brot oder eine Flasche Bier, die ich gerne nach Feierabend trinke.

 

 



Mittwoch 7. Juni 2006

"Flach gelegt"

Liebe leute, ich möchte noch schnell auf die heutige Aktion in Dresden hinweisen. Die Kollegen von ver.di und der NGG werden ab 15.00 Uhr in der Prager Str. einen Aktion für den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland veranstalten.

Aus der Pressemitteilung:“ In der Zeit von 15.00 bis 18.00 liegen Mitglieder des Dresdner Arbeitskreises für die Einführung eines gesetzlichen Dualen Mindestlohnes flach. Damit wollen wir auf den freien Fall der Löhne und Gehälter in Deutschland und besonders Sachsen aufmerksam machen und für die Einführung eines Mindestlohnes werben.Mehr als 6 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten derzeit Vollzeit zu Niedriglöhnen, darunter mehr als 3 Millionen Beschäftigte (davon sind 70% Frauen) zu Armutslöhnen(weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Bruttoeinkommens). Warum gerade liegend? Können wir mit Löhnen unter 7,50 € überhaupt noch an einem Leben in Würde teilnehmen? Sind wir überhaupt noch in der Lage aufzustehen? Wurden wir nicht schon lange durch unsere Arbeitgeber „Flach gelegt“? Stehen wir endlich auf und kämpfen für einen gesetzlichen Mindestlohn! Ein Einkommen zum Auskommen! “ Also kommt möglichst noch vorbei. Auch wenn das jetzt etwas kurzfristig ist.

 

· Rubrik: Politik
 
Dienstag 6. Juni 2006

(E)Kein Besonderes Wochenende

Pfingsten ist vorbei und eine Woche wie jede andere ist wieder losgegangen.

Da ich ja Geburtstag hatte, war ich jetzt ein paar Tage nicht im Netz.

Meine Feier war wunderschön, es gab reichlich Gaben und reichlich schlechtes Wetter. Wir haben am Sonnabend nachgefeiert. Am Freitag war es nicht möglich, meine Frau mußte, wie jeden Tag, abends noch mal los um ihre Arbeit zu erledigen.

Wenn man dan von Arbeit kommt, hat man bestimmt keine Lust mehr auf feiern. Also wurde am Sonnabend im Garten gefeiert.

Das Wetter fing gut an, Sonnenschein, wenig Wind und von unserer Seite Spitzen Stimmung.

Aber am Abend ging es los. -Kälte, starker Wind. Aber unsere Stimmung war immer noch gut, außer, dass mein großer Sohn und seine Frau ganz schön gebibbert haben.

Am nächsten Tag wurde das Wetter noch mieser. Also ab nach Hause. Da kam noch dieser und jener Besuch. Und so ging es das Wochenende weiter. Ich habe nun mal einen großen Freundes- und Bekanntenkreis. Jeder, der kommt, ist willkommen. Aber, jetzt kommt das große Aber. Finanziell war es eine mittlere Katastrophe. Und jetzt noch mal - ABER - es war wunderschön!!!!!.

Einmal im Jahr, das geht schon.

 

 
zur Webseite
zur Webseite
Die Sendung zur Arbeit
Weblog-Rubriken
Kommentare
Christian
18. Mai 10:35

Hi, was soll man dazu noch sagen...... macht kein spass mehr mit einem Hungerlohn noch arbeiten zu ...weiter...

Renate
25. November 13:43

Finde ich auch schade! Vielleicht kommt jemand neuen...? Bin immer auf Neuigkeiten gespannt... ...weiter...

Siegfried Lau
24. November 11:39

Je mehr Firmen Hungerlöhne zahlen die vom Staat ergänzt werden umso reicher werden die Verursacher.Uweiter...

Jens
01. August 01:52

Schade, hab ich immer wieder gerne mal gelesen. Werd jetzt mal bei den anderen vorbei schauen.weiter...

Torsten
08. Juni 10:53

Und warum schreibt Matthias nicht mehr?weiter...

Siegfried Lau
19. August 20:03

Bravo, weiter so mit den Kräften die im Begriff sind den vorsorgenden Sozialstaat --vom Grundgesetzweiter...

Leser
15. August 09:50

Ich versteh die Leute nicht die sich andauernd beschweren... klar wird alles teurer, und ja die ...weiter...

Wolfgang Schwarz
13. August 23:03

Sehr geehrter Herr Schäfer, es ist beschämend, dass Sie sich zu gut sind, für 800 Euro plus Soziaweiter...

Tim
16. Juni 20:07

Ach ja und 7,50€ Mindestlohn ist wohl schon sehr knapp bemessen aber immerhin noch ein "Vermögen zu weiter...

Tim
16. Juni 19:59

"P.S: WARUM SOLL DIE LINKE undemokratisch sein? Oder ist es gerade IN eine Partei zu verteufeln die ...weiter...