Dumpinglohnmelder
Freitag 2. Juni 2006

Mein Geburstag

Heute ist ein großer Tag,der jedes Jahr wieder kommt.

Ich bin heute vor 47 Jahren auf diese Welt gekommen. Dafür danke ich meinen Eltern recht herzlich. Leider sind sie nicht mehr unter uns. Jedes Jahr wenn dieser Tag kommt,geht mein erster Gedanke an sie!!

Ich und mein Bruder,wir haben eigentlich alles unseren Eltern zu verdanken.Wie wir denken,wie wir reden,wie wir leben!

Mein Geburstag,reißt wieder ein großes Loch in unsere Kasse.Ich war 2x einkaufen,und schon stehen 120Euro zu buche. Die Feier wird morgen in unserm Garten gefeiert.

Übrigens,der Garten kostet im JAHR und nicht im Monat 120 Euro. Ich hoffe nur das Wetter spielt mit.

Nächste Woche werde ich mal eine Einkaufsliste vorlegen,um zu zeigen wie teuer das leben ist.

 

Autor: Matthias
 
Mittwoch 31. Mai 2006

Arbeit und Politik

Noch eine Stunde, dann muß ich wieder auf Arbeit. Gestern Nacht habe ich mich mit einigen Kollegen unterhalten. Da erfuhr ich, dass es einige Kollegen gibt die mit Zuschlägen gerade mal auf 1000 Euro kommen. Da war ich schockiert. Das habe ich wircklich nicht eimal geahnt. Da bin ich ja noch super dran.

Heute habe ich in den Nachrichten gelesen, dass es jetzt einen ML gibt für Zeitarbeitsfirmen. Aber warum werden wieder Unterschiede von Ost und West gemacht. Im Osten gibt es knapp 1 Euro weniger. Ich dachte immer, wir sind ein Volk. Langsam habe ich die Vermutung, dass es gewisse Kreise gibt, die den Unterschied zwischen Ost und West künstlich aufrecht halten. Soll Neid und Hass geschürt werden?

Das kommt auch bei mir manchmal vor. Dafür will ich mich entschuldigen.

Warum geht der ML bei den Zeitarbeitsfirmen und bei den anderen nicht? Das verstehe wer will.

 

Autor: Matthias
 
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Dienstag 30. Mai 2006

Das Unverständnis einiger Mitmenschen

Ich sitze jetzt hier vor dem PC und überlege, was ich jetzt zum Besten gebe.

Bin gerade aus der Nachtschicht gekommen, habe den Kopf noch mit den Problemen der vergangenen Schicht voll und überlege, was hast du falsch in deinem Leben gemacht. Bestimmt dieses oder jenes. Aber was solls. Einiges hätte ich bestimmt anders machen sollen, anderes nicht. Man ist eben nur ein Mensch und macht Fehler. Ist es ein Fehler, dass man immer nur arbeiten war, nie kriminell war, immer für die Familie da ist, immer ehrlich durchs Leben geht? Und dann gibt es Menschen, die nicht kapieren um was es hier eigentlich geht. Oder sie wollen es einfach nicht.

Übrigens, ich muß mich berichtigen, der Tisch hat 19 Euro gekostet.

Hier geht es nicht um uns. Wir sind nur ein Beispiel wie es vielen zig100000enden geht. Wenn nicht sogar Millionen.

Ich frage mich immer wieder, warum muß man alles und jeden in Frage stellen. Vielleicht ist es ihr Ehrgeiz oder ihr Unverständnis.Ich weiß es nicht.

Eines weiß ich doch. Wenn ich im westlichen Teil von Deutschland so arbeiten würde wie hier, hätte ich bestimmt weniger Sorgen.

Noch eins. 120 Euro ist sehr viel Geld für uns. Nicht bloß für uns.

 

Autor: Matthias
 
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Sonntag 28. Mai 2006

Wochenende

Freitagabend war ich endlich wieder einmal beim Skatabend.

Übrigens ich bin in diesem Skatclub schon seit 23 Jahren. Es lief nicht so besonders. Aber was soll‘s, es wird auch wieder bessere Tage geben, wo man etwas bessere Spiele hat.

Am Sonnabend ging es in den Garten. Da gab es die erste Ernte: frische Radieschen. Lecker, lecker. Nach 3 Stunden machte Petrus uns einen Strich durch die Rechnung. Er brachte Blitz, Donner und Regen. Also wieder ab nach Hause.

Doch dafür hatten wir Zeit, für unseren Sohn endlich einen kleinen Zimmertisch zu holen. Ihm gefiel ein kleiner Tisch, den es gerade in der Werbung gab. Gesagt, getan und ab ins Auto.

Der riesige Einkauf ging problemlos von statten. Kaum zu Hause angekommen und den Tisch ausgepackt, das Entsetzen. Man hat uns den falschen Tisch gegeben. Also wieder ins Auto und den Tisch umgetauscht.

Jetzt war es der richtige.

Jetzt steht er zusammengebaut im Zimmer von Marcel.

Heute, am Sonntag ist nicht viel bei uns passiert. Marcel hat Essen gekocht, meine Frau die Wäsche gewaschen und gebügelt.

Ich habe derweil kleinere Reparaturen in der Wohnung ausgeführt.

Jetzt ist es fast 15 Uhr und ich muß wieder auf Arbeit.

Wir werden sehen, ob die nächste Woche mal was Erfreuliches bringt.

 

Autor: Matthias
 
Donnerstag 25. Mai 2006

Der Männertag

Eigentlich mach ich am Männertag mit meinem Bruder eine gemütliche Tour in die Sächsische Schweiz. Ohne uns sinnlos volllaufen zu lassen. Einfach nur wandern. Übrigens, mein Bruder kommt extra aus Cuxhaven deswegen nach Dresden.

Doch seit drei Jahren ist es bei mir nicht mehr möglich. Ich muß entweder abends 22 Uhr zur Arbeit oder wie heute schon 14 Uhr. Das läßt sich nun mal nicht ändern, Arbeit geht vor.

Es ist schade, dass wir diese Tour nicht mehr machen können. Mein großer Bruder ist der einzige, der mir von meinem Elternhaus noch geblieben ist. Wir waren mal 4 Geschwister und hatten, haben immer ein spitzen Verhältnis.

Aber was solls, ohne Moos nix los.

Bin gerade nach Hause gekommen und es ist 23 Uhr 30.

Gestern ist zu allem Pech auch noch unser Geschirrspüler kaputt gegangen. Jetzt heißt es mit der Hand aufwaschen. An die Adressen, die denken, wir sind verschwenderisch, das Gerät hat mir meine Mutter vor 5 Jahren geschenkt. Die Kommentare, die ich heute über mein Tagebuch gelesen habe, sind einfach Spitze.

Lest sie euch alle mal durch und dann werdet ihr festellen, es lohnt sich beim Mindestlohn mitzumachen und wenn es nur ein kleiner Kommentar ist.

Aber wenn man sagt, es lohnt sich nicht, es wird sich sowieso nichts ändern, dann hat man wirklich schon verloren.

Steter Tropfen höhlt den Stein.

 

Autor: Matthias
 
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Mittwoch 24. Mai 2006

Gedanken zum Tagebuch

Habe mir heute den seltenen Luxus erlaubt. Ich war in einer Kneipe und habe mir ein paar Bier genehmigt. Genauer gesagt, 3 große Biere.

Natürlich habe ich darüber nachgedacht, was wäre wenn: Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen bekommen.

Ich will nur sagen, was wäre passiert wenn ich einiges anders gemacht hätte. Ich weiß es nicht.!

Es ist schlimm, wenn es Zyniker gibt, die alles und jeden in Frage stellen. Diese Menschen kann man eigentlich nur bemitleiden.

Ich bekomme hier viele Anfeindungen, aber auch einige super Kommentare.

Ich wurde davor gewarnt, dass dies passiert. Trotzdem habe ich zugestimmt, dieses Tagebuch zu führen.

Ich bin der Meinung, dass ich richtig gehandelt habe. Denn wenn darüber gesprochen wird, ist es Wert, darum zu kämpfen.

Zum Schluß noch ein Wort an Michael: Ich habe dir zu danken, dass du mit deinem Kommentar uns unterstützt.

Danke!

 

Autor: Matthias
 
Montag 22. Mai 2006

Ein ganz normaler Tag

Bin heute früh 3 Uhr nach Hause gekommen. Habe Frühstück für meine Frau gemacht und habe sie munter gemacht. Nach einer Tasse Kaffee und ein paar kurzen Sätzen bin ich ins Bett und sie auf Arbeit.

10 Uhr war die Nacht vorbei. Da wurde der Haushalt geschmissen, einkaufen und Mittag gekocht. 12 Uhr 30 war dann meine Frau da. Haben zusammen gegessen und noch ein wenig geredet.Jetzt liegt sie auf der Couch und schläft ein wenig.

17 Uhr muß sie wieder für 2 Stunden arbeiten. Da bin ich schon wieder auf Arbeit.

So geht das Tag für Tag.

Jetzt, wo sie schläft, habe ich Zeit mal ins Internet zu gehen. Natürlich zum Mindestlohn.

Es ist erschreckend,dass es Leute gibt, die es einfach nicht begreifen wollen oder können, um was es hier eigentlich geht.

Warum arbeitet meine Frau als Ungelernte? Von Beruf ist sie Fleischer. Aber da hatte sie keine Arbeit bekommen und wenn doch, mit ca 8 MARK!! Jetzt noch weniger.Umschulungen hat sie auch 2 hinter sich. Gebracht hatt es nichts!!

Ich habe mal 3 Jahre auf dem Bau gearbeitet. Doch das Ende vom Lied: die Firmen gingen Pleite. Also zurück in meinen alten Beruf. Ich bin froh, dass ich ihn habe und ich mache ihn gerne.

Übrigens, Kaviar und Lachs gibt es bei uns täglich zum Frühstück. Kiloweise.

 

Autor: Matthias
 
Samstag 20. Mai 2006

Wochenende

Wie so jeder freut man sich, dass es endlich Sonnabend ist und mehr Zeit für die Familie hat. Heute früh ging es bei Zeiten in unser kleines Reich, den Garten. Doch Petrus machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wind, Regen und nicht gerade warme Temperaturen, zwangen uns am späten Nachmittag wieder die Segel zu streichen und nach Hause zu fahren. Also ging es nach Hause und an den PC.

Es ist schön und gibt einen Kraft, wenn man sieht, dass es Menschen gibt, die unser Tagebuch lesen. Wenn von 10 Kommentaren, 2 positiv sind, bin ich der Meinung, dass ich was bewegt habe. Nämlich über die Notwendigkeit, dass wir einen Mindestlohn brauchen.

Ich hoffe, dass sich noch mehr Menschen damit befassen als bisher.

 

Autor: Matthias
 
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Die Sendung zur Arbeit
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Kommentare
Renate
25. November 13:43

Finde ich auch schade! Vielleicht kommt jemand neuen...? Bin immer auf Neuigkeiten gespannt... ...weiter...

Siegfried Lau
24. November 11:39

Je mehr Firmen Hungerlöhne zahlen die vom Staat ergänzt werden umso reicher werden die Verursacher.Uweiter...

Jens
01. August 01:52

Schade, hab ich immer wieder gerne mal gelesen. Werd jetzt mal bei den anderen vorbei schauen.weiter...

Torsten
08. Juni 10:53

Und warum schreibt Matthias nicht mehr?weiter...

Siegfried Lau
19. August 20:03

Bravo, weiter so mit den Kräften die im Begriff sind den vorsorgenden Sozialstaat --vom Grundgesetzweiter...

Leser
15. August 09:50

Ich versteh die Leute nicht die sich andauernd beschweren... klar wird alles teurer, und ja die ...weiter...

Wolfgang Schwarz
13. August 23:03

Sehr geehrter Herr Schäfer, es ist beschämend, dass Sie sich zu gut sind, für 800 Euro plus Soziaweiter...

Tim
16. Juni 20:07

Ach ja und 7,50€ Mindestlohn ist wohl schon sehr knapp bemessen aber immerhin noch ein "Vermögen zu weiter...

Tim
16. Juni 19:59

"P.S: WARUM SOLL DIE LINKE undemokratisch sein? Oder ist es gerade IN eine Partei zu verteufeln die ...weiter...

Tim
16. Juni 19:43

Sind wir demokratisch? Auf dem Papier auf jeden Fall aber in der Realität? Na ja da bin ich mir lanweiter...